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Seminar mit Joachim Engel
Über die Bedeutung kultureller Einflüsse auf Gewalttaten und Täter/Täterinnen
21. und 22. Mai 2011 im Hotel Meridian, Schimilinkystr. 2, 23669 Timmendorfer Strand. Beginn: Sa. 10.00 Uhr, Ende: So. nach dem Mittagessen gegen 14.00Uhr
Joachim Engel konzentriert sich in seinem Seminar auf Erscheinungsformen, Motive, Akzeptanz und Legitimation von Gewalt am Beispiel des Kosovos. Er vermittelt anschaulich wissenschaftliche Informationen über die interkulturellen Eigenheiten und erklärt aus eigener Anschauung die Hintergründe der Gewaltentstehung in der Ehe durch Traditionen, Religion und dem Gewohnheitsrecht.
Erster Teil: Interkulturelle Kommunikation.
In einem ersten, allgemeinen Teil kommt es darauf an, Kultur unter anderem als Orientierungssystem zu verstehen. Es wird verdeutlicht, wie die kulturelle Prägung Wahrnehmung und Verhaltensweisen der Menschen beeinflusst und wie erlernte Regeln und Muster zu Determinanten für Einstellungen und Handlungen werden. In der Arbeit mit GewalttäterInnen muss ja zunächst die (interkulturelle) Kommunikation gelingen, um anschließend Einstellungen und Verhaltensweisen gemeinsam beeinflussen zu können. Dabei sind auch die persönliche Disposition des Individuums und der konkrete Interaktionsrahmen von Bedeutung.
Inhalte können dabei die folgenden sein:
- Annäherung an den Kulturbegriff
- Kommunikation allg. und Besonderheiten interkultureller Kommunikation
- Funktion und Wirkung von Vorurteilen / Stereotypen
- Kulturdimensionen / -standards
- Klärung und Verortung der Bergriffe „Werte“ und „Normalität“
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Toleranz“
- Wie Wahrnehmung funktioniert
- Identität
- Wir und die Anderen: Selbstbild /Fremdbild / Metabild
- Empathie, Perspektivwechsel, Ambiguitätstoleranz, Rollendistanz
Zweiter Teil: Kultur und Gewalt. Kulturelle Gewalt.
In welcher Art und Weise kann Kultur Motivation und Legitimation für Gewalt darstellen?
Wann spielt Kultur eine Rolle und wann nicht?
Welche Faktoren im persönlichen Umfeld eines Täters/einer Täterin sind zu beachten? Die SeminarteilnehmerInnen erhalten Informationen zu den Erscheinungsformen, der Akzeptanz und der Legitimation von Gewalthandlungen anhand von Beispielen aus verschiedenen Lebensbereichen. Auf dieser Grundlage werden die kulturellen Einflüsse auf Gewalttäter und Gewalttaten verdeutlicht. Als Teilnehmer/in erhalten sie in diesem Seminar Anregungen, wie sie in der Arbeit mit Gewalttätern aus anderen Kulturkreisen die vermeintliche Legitimierung der Gewalt als kulturell begründete Handlung angehen können, indem sie für den Täter nachvollziehbare Verhaltensänderungen ableiten können.
Inhalte können dabei die folgenden sein:
- Das Hineinwirken der Vergangenheit in die Gegenwart.
- Erinnerungskultur.
- Albanisches Gewohnheitsrecht.
- Afghanisches Gewohnheitsrecht.
- Unterschiedliche Einstellungen zur Gewalt im Islam.
- „Ehrenmorde“.
- Eigene Fälle (anonymisiert)
Die Teilnehmer/innen erhalten die Gelegenheit, auch eigene Fälle (anonymisiert) und Erfahrungen einzubringen (erwünscht!).
Dauer: 21. Mai 2011 ab 10 Uhr bis abends (nach Absprachen mit den Teilnehmenden) und 22. Mai 2011 ab 9.00 Uhr bis 14 Uhr.
Teilnehmeranzahl: Maximal 22
Kosten: 195,- € zzg. Unterbringung und Verpflegung (ca. 70 €)
Rabatt für ausgebildete Gewaltberater/innen 45,-€
Hier können Sie die Ausschreibung mit Anmeldebogen downloaden.